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Tessiner Zeitung

23. November 2007

La Ferriera

Das Auffällige ist die Fassade, bestehend aus einem mächtigen Stahlgerüst, das einige Meter scheinbar schwerelos über dem Boden schwebt. Die Abstände zwischen den Quadraten bestimmen über die gesamte Hausfläche, an welcher Stelle der Blick durch darf und wo er von einem Stahlkorsett gehalten wird. Innen ist ein grosser Lichthof, der eine unwirkliche Atmosphäre schafft. Wie kommt es, dass dieses Gebäude noch immer zum grössten Teil leer steht? Aus energetischer Sicht kann ich eine Erklärung bieten.

Jetzt sind wir beim Thema Feng-shui: Jedes Gebäude wird vom sogenannten Chi versorgt. Dieses Chi kann man sich vorstellen als Windhauch, der durch den Eingang weht, positive Lebensenergie mit sich führt und die Menschen im Gebäude mit dieser Energie mehr oder weniger versorgt. In einem Gebäude mit viel Chi sind die Menschen aktiver und sie fühlen sich wohler, als in einem Gebäude mit wenig Chi. Dieses Chi ist eine kapriziöse Kraft, die bestimmten Gesetzen folgt. Sie mag gerne grosse, helle Eingänge, die betont sind und die den Besucher willkommen heissen. Verwinkelte, dunkle Eingänge wehren diese Energie ab, und lassen weniger Energie ins Gebäude hinein.

Im Fall der Ferriera wirkt der Eingang energetisch wie eine Falle. Deshalb sind auch nur die unteren Etagen belegt. Die oberen Räume sind "kraftlos" und werden deshalb schwerer vermietet Eine Aufwertung der Räume ist eine schwierige Aufgabe. Eine Idee wäre vielleicht, eine energetische Führung von Aussen zu schaffen, die dem harten, kalten Stahl etwas Weiches, Farbiges entgegensetzt. Mit solch einem Gegensatz kann wieder Harmonie hergestellt werden, die der unbewussten Wahrnehmung eine positive Botschaft übermittelt.

Diese positive Botschaft könnte dazu beitragen, dass die Menschen lieber in das Gebäude eintreten.

Marion Eissfeldt